Die Entwicklung neuer Antibiotika ist zunehmend auf den Mangel an Wirkstoffen
zur Therapie von Infektionen durch gramnegative Erreger fokussiert.

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In der ersten Ausgabe widmet sich der INFEKTIO_letter der Entwicklung neuer Antibiotika.
Auch in Zukunft wird das bekannte Dilemma weiterbestehen: im Wettlauf zwischen mikrobieller Resistenzentwicklung und neuen, gut geprüften Antibiotika wird der Abstand größer.
Vor welchen Herausforderungen die Antibiotika-Entwicklung aktuell steht, lesen Sie im Übersichtsartikel der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für INFEKTIONSTHERAPIE.

Herzliche Grüße

Prof. Dr. Ralf Stahlmann und
Prof. Dr. Hartmut Lode

Herausgeber der Zeitschrift für INFEKTIONSTHERAPIE


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Schwerpunkt

Neue Therapeutika bei Infektionen durch Carbapenem-resistente
A. baumannii in der klinischen Entwicklung


Carbapenem-resistente Acinetobacter baumannii (CRAB) sind gefürchtete Erreger nosokomialer Infektionen. Die verfügbaren Antibiotika, wie Colistin, sind durch ihre Toxizität in der Höhe der Dosierung limitiert und können in ihrer Wirksamkeit nicht überzeugen. In einer aktuellen Übersicht werden neue Arzneimittel vorgestellt, die sich in unterschiedlichen Phasen der klinischen Entwicklung befinden und die bei Infektionen mit dem problematischen Erreger eine Option darstellen können. Neben Cefiderocol, einem neuen Siderophor-Cephalosporin, dem Tetrazyklin-derivat Eravacyclin und zahlreichen anderen Antibiotika werden heute auch völlig neue Therapieansätze geprüft. Dazu gehört die Therapie mit Bakteriophagen oder monoklonalen Antikörpern.

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Übersicht: Neue Antibiotika gegen Bakterien in Entwicklung

Gegen bakterielle Infektionen befinden sich derzeit eine Reihe von Antibiotika und anderer Antiinfektiva in Entwicklung. Der vfa gibt einen Überblick über deren Anwendungsgebiete, Wirkstoffe und Entwicklungsstatus.

Beim ersten Blick erhält man den Eindruck, dass die „Pipeline“ gut gefüllt sei. Bei näherem Hinschauen sieht man allerdings, dass echte Innovationen fehlen. Von den 14 Wirkstoffen gehören vier zur Gruppe der Chinolone, zwei sind Tetrazyklinderivate und drei ß-Laktamantibiotika. Von den übrigen fünf gehört jeweils ein Wirkstoff zu den Aminoglykosiden, Glykopeptiden, Oxazolidinonen und Dihydrofolat-Reduktase-Inhibitoren. Nur Lefamulin repräsentiert eine für die Humanmedizin „neuartige“ Wirkstoffklasse, die Pleuromutiline. Diese Naturstoffe wurden bereits Anfang der 1950er Jahre beschrieben, bisher gibt es nur Anwendungen in der Veterinärmedizin und ein Präparat zur topischen Verwendung (Retapamulin).

Zur Übersicht

Renaissance alter Antibiotika:
Nitroxolin – eine alte Substanz, neu empfohlen


Die zunehmende Resistenzentwicklung, insbesondere von gramnegativen Enterobakterien, macht es notwendig, auch ältere, primär schlecht untersuchte Antibiotika mit Aktivität gegen ESBL- und Carbapenemase-bildende Erreger erneut zu verwenden. Gefordert wird hierfür eine exakte Bestimmung von präklinischen und klinischen Daten dieser Substanzen, die den heutigen Standards bei der Einführung neuer Antibiotika entspricht.

Am Beispiel des Nitrofurantoins informierte die Zeitschrift für INFEKTIONSTHERAPIE, 6.2015,
S. 51ff. bereits über den Trend, ältere Antibiotika wieder einzusetzen, um der fortschreitenden Resistenzentwicklung zu begegnen. 

Die Datenlage ist bei Nitroxolin (NITROXOLIN FORTE u.a.) noch dürftiger als bei Nitrofurantoin. Die Substanz ist bereits seit vielen Jahrzehnten bekannt, jedoch wurde sie kaum zur Therapie verwendet und sie ist international nicht verbreitet. Seit der Wirkstoff in der aktuellen S3-Leitlinie zur Behandlung unkomplizierter Harnwegsinfektionen empfohlen wird, steht es in einer Reihe als Alternative zu Fosfomycin (MONURIL u.a.), Pivmecillinam (X-SYSTO) und anderen. Chemisch handelt es sich um ein 8-Hydroxychinolin-Derivat, das mit Magnesium und anderen zweiwertigen Kationen Chelatkomplexe bildet.

Aktuell & bewährt: Nitrofurantoin und Fosfomycin bei Harnwegsinfekten
Der Australian Prescriber berichtet über den Einsatz beider Wirkstoffe bei unkomplizierten Harnwegsinfekten.  Zu den Vorteilen beider Wirkstoffe gehören die hohen Harnkonzentrationen und die geringe Toxizität.

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Aktuell

DOVATO – ein weiteres Kombinationspräparat mit zwei Wirkstoffen
zur antiretroviralen Therapie


Vor etwa einem Jahr wurde der Integraseinhibitor Dolutegravir in Kombination mit Rilpivirin unter dem Handelsnamen JULUCA als erste Zweierkombination zur antiretroviralen Therapie eingeführt. Nun empfiehlt das CHMP, das zuständige Komitee bei der EMA, auch die Kombination aus Dolutegravir mit dem Nukleosid Lamivudin zur Zulassung. Es entspricht damit dem Kombinationspräparat TRIUMEQ ohne den Wirkstoff Abacavir.
In zwei umfangreichen Phase-3-Studien an mehr als 1.400 Patienten mit HIV-1-Infektion war die duale Kombination einer Dreierkombination aus Dolutegravir plus Tenofovir-Disoproxil und Emtricitabin nicht unterlegen und besser verträglich.

Eine Übersichtstabelle (PDF-Datei) mit den heute verfügbaren Dreifach- und Zweifach-Kombinationspräparaten zur einmal täglichen antiretroviralen Therapie finden Sie hier.

Übersichtstabelle

Auch Stada ruft Antibiotika-Saft zurück

Nachdem zuletzt Ratiopharm, 1A Pharma und Hexal ihre Amoxicillin-Trockensäfte wegen eines Verpackungsfehlers zurückgerufen haben, zieht nun auch Stada nach.

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Warnung vor Fluorchinolon-asso­ziierten Nebenwirkungen

Rote-Hand-Brief: Systemisch und inhalativ angewendete Fluorchinolone:
Warnung vor lang anhaltenden, möglicherweise irreversiblen Nebenwirkungen, welche die
Lebensqualität beeinträchtigen
 
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat das Risiko irreversibler Nebenwirkungen von Fluorchinolonen in den vergangenen Monaten umfassend bewertet, unter anderem fand bereits im Juni 2018 eine öffentliche Anhörung statt. Möglicherweise irreversible Nebenwirkungen auf den Bewegungsapparat (Tendopathien, Myalgien u.a.), sowie das periphere und zentrale Nervensystem (periphere Neuropathie, Depression u.a.) können die Lebensqualität beeinträchtigen. Diese unerwünschten Wirkungen sind seit langem bekannt und in den entsprechenden „Informationen für Fachkreise“ gelistet. Mit der aktuellen Warnung wird erneut darauf hingewiesen, dass die verfügbaren Fluorchinolone (Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Ofloxacin und Norfloxacin) nicht bei leichten, selbstlimitierenden Infektionen angewandt werden sollen.

Im Archiv finden Sie u.a. folgende Beiträge über Nebenwirkungen der Fluorchinolone aus der Zeitschrift für INFEKTIONSTHERAPIE

Levofloxacin-induzierte Achillessehnenruptur mit beträchtlichen Konsequenzen (1.2009, S.9)

FDA warnt vor peripherer Neuropathie durch Chinolone (5.2013, S.50)

Zum Online-Archiv

Aktuelle Epidemiologie und Diagnostik in der Mikrobiologie

Empfindlichkeitstestung – Kategorie „intermediär“

Die Ergebnisse von Empfindlichkeitstestungen von Antibiotika werden in Abhängigkeit von Grenzwerten der Testmethoden [Bestimmung der minimalen Hemmkonzentration (MHK), Agardiffusionstest] in drei Kategorien eingeteilt: wirksam, intermediär wirksam und unwirksam. Bezogen auf den Erreger entspricht dies empfindlich, intermediär empfindlich, resistent.

Seit einer Reihe von Jahren werden Grenzwerte auf europäischer Ebene von dem „European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing" (EUCAST) festgelegt. Der Anspruch der EUCAST ist es, dem Labor zu ermöglichen, Klinikern eindeutige Ergebnisse zu liefern, welche verständlich sind und nach denen gehandelt d.h. therapiert werden kann.

Wie komplex die richtige Interpretation der Empfindlichkeitstestung von Bakterien ist,
lesen Sie auf infektio.de.

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Wichtige Erreger in Klinik und Praxis

Escherichia coli

E. coli ist der häufigste Erreger von Harnwegsinfektionen. Diese sind entweder auf den unteren Bereich der Harnwege begrenzt (Urethritis, Zystitis) oder erfassen zudem das Nierenbecken und die Niere (Pyelonephritis, Zystopyelitis).
Infektionen der unteren Harnwege werden meist durch Stämme mit Mannose-sensitiven Fimbrien verursacht, während eine Pyelonephritis durch Stämme mit Mannose-resistenten Fimbrien ausgelöst wird.
E. coli ist für ca. 15 % aller nosokomialen Bakteriämien verantwortlich. Weitere durch E. coli verursachte Erkrankungen sind Appendizitis, Infektionen der Gallenblase und Gallenwege, Meningitis, Peritonitis, Wundinfektionen sowie Gastroenteritis.

Mehr über Morphologie und Kultur, Epidemiologie, Pathogenese und Krankheitsbilder, Diagnostik und Therapie des E. coli-Bakteriums lesen Sie auf infektio.de.

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Termine


17.–19.6.2019: Infektiologie Praktikum Intensiv
                       
Berlin
24.–28.6.2019: DZIF-Kurs Surveillance and Outbreak
                        Investigations

                        Braunschweig
28./29.6.2019: 51. Bad Reichenhaller Kolloquium
                        Bad Reichenhall

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